Geschichte und Gegenwart

Der Rettungsdienst blickt in Deutschland auf eine lange Geschichte zurück, die aber vielen Mitbürgern so nicht bekannt ist.

VW T1 von 1956

Lange Zeit bevor sich Sanitäts- und Hilfsdienste dem Transport von Kranken und Verletzten widmeten, waren bereits private Anbieter (Unternehmen) in diesem Dienstleistungsbereich tätig. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in verschiedenen ländlichen Regionen, aber auch in Großstädten wie z.B. in Berlin, der gesamte Krankentransport von privaten Unternehmen durchgeführt. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert verfügte ein gewerblicher Anbieter in Berlin bereits über einen modernen Fuhrpark von 30 Fahrzeugen mit Spezialeinrichtungen zum Befördern von Kranken und Verletzten. 

Auch in der Folgezeit konnten sich viele private Unternehmen in diesen Bereichen etablieren.

Die so gewachsenen und bestehenden Strukturen wurden letztendlich durch das nationalsozialistische Regime per sog. „Führererlass“ vom 10. November 1942 und Verordnung vom 10. Januar 1943 zerschlagen. Alle Hilfs- und Sanitätsorganisationen mit Ausnahme des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren nach 1933 verboten worden. Nun wurde der Krankentransport ausschließlich in die Hände des DRK gelegt. Erklärten sich private Anbieter nicht bereit unter Regie des DRK zu arbeiten, mussten sie Verträge eingehen, nach denen sie ihre Tätigkeit niederzulegen hatten und sie ihre Fahrzeuge und Ausrüstungen zu einem staatlich festgelegten Preis an das DRK zu verkaufen hatten.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Notfallrettung und Krankentransport in der DDR Monopolaufgabe des DRK. Erst nach der „Wende“ konnten sich dort private Unternehmer auch in Notfallrettung und Krankentransport betätigen und damit aktiv am gesellschaftlichem Umbau und der wirtschaftlichen Neugestaltung mitwirken.

Medizingeräte

In den alten Bundesländern wurden zwar bereits 1945 von den alliierten Militärbehörden Genehmigungen zur Durchführung von Krankentransporten erteilt, allerdings im süddeutschen Bereich ausschließlich an das DRK und im norddeutschen Raum ausschließlich an die Feuerwehr. Später wurden diese Genehmigungen auch auf die anderen Hilfsorganisationen (ASB, JUH, MHD) ausgeweitet. Privaten Anbietern gelang es nicht mehr die geschaffenen Strukturen entscheidend zu beeinflussen. Bis heute kann leider keinesfalls von einer Gleichbehandlung aller Dienstleistungsanbieter in den Bereichen Krankentransport und Notfallrettung gesprochen werden.

In den 70er Jahren wandelten sich Krankentransport und Notfallrettung entscheidend. Während früher der schnelle Transport in die Klinik im Vordergrund stand, setzte sich nun die notfallmedizinische Versorgung direkt am Ort des Geschehens als wichtigste Aufgabe des Rettungsdienstes immer mehr durch.

Schlagkraft und Effizienz des Rettungsdienstes wurden entscheidend verbessert. Für den Aufbau des Rettungsdienstes in seiner heutigen Form, dies muss man unumwunden zugestehen, haben sich die Hilfsorganisationen, allen voran das DRK, große Verdienste erworben, die selbstverständlich auch von uns anerkannt werden.

 

Medizingeräte

Durch die Ausgliederung von Notfallrettungs- und Krankentransportleistungen aus dem Personenbeförderungsgesetz (Bundesgesetz), Ende der 80er Jahre und die Errichtung von 16 Länderrettungsdienstgesetzen, ergab sich eine drastische Verschlechterung der Startchancen für private Unternehmer, obwohl sich der Bund unter der Prämisse aus diesem Regelungsbereich zurückgezogen hat, dass es hierdurch zu keinerlei Behinderung des freien Wettbewerbs und damit der „Privaten“ in den Landesrettungsdienstgesetzen kommt.